Behandlung veränderlich fester Gesteine mit Bindemitteln - FE 05.0211/2021/EGB

| Projektnummer: | FE 05.0211/2021/EGB |
| Titel: | Behandlung veränderlich fester Gesteine mit Bindemitteln |
| Auftraggeber: | Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) |
| Sachbearbeiter: | Christoph Füger, M.Sc.; Melissa Zeni, M.Sc.; Dr.-Ing. Emanuel Birle |
Veränderlich feste Gesteine sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich infolge von Wassergehalts- und Temperaturänderungen (z. B. Frost-Tau-Wechsel) entfestigen und zu Lockergestein, in der Regel zu einem fein- bis gemischtkörnigen Boden, zerfallen. Im verdichteten Zustand nach Stand der Technik ist jedoch nicht mit Schäden infolge einer Entfestigung zu rechnen, sofern die Materialien gemäß den in den ZTV E-StB 17 Verdichtungsanforderungen (Luftporenanteil max. 6 Vol.-%) eingebaut werden. Um die Widerstandsfähigkeit veränderlich fester Gesteine im eingebauten Zustand zu erhöhen und um die Akzeptanz der Materialien zu verbessern, kann darüber hinaus eine Behandlung mit Bindemitteln sinnvoll sein. Jedoch sind Ergebnisse zu Bindemittelbehandlungen von veränderlich festen Gesteinen bisher nur in geringem Umfang veröffentlicht. Nach dem Merkblatt M vfG (2021) sollte eine qualifizierte Bodenverbesserung prinzipiell entsprechend den Vorgaben der ZTV E-StB durchgeführt werden. Unklar ist dabei allerdings, inwieweit sich veränderlich feste Gesteine nach einer Bindemittelverbesserung durch Temperatur- und Wassergehaltsänderungen noch entfestigen können.
Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll die Wirksamkeit einer Bindemittelverbesserung von veränderlich festen Gesteinen im Hinblick auf deren langfristige Festigkeit untersucht werden. Dabei ist zu beachten, dass veränderlich feste Gesteine nach Bindemittelbehandlung und Einbau in ein Erdbauwerk Beanspruchungen durch Wassergehalts- und Temperaturänderungen ausgesetzt sind, die ggf. zu einem Festigkeitsverlust führen können. Eines der Ziele des Forschungsvorhabens ist deshalb, zu quantifizieren, inwieweit veränderlich feste Gesteine nach einer Behandlung mit Bindemitteln noch zerfallen. Als wichtige Einflussgrößen sind dabei die Bindemittelart und -menge sowie der Einbauzustand (Verdichtungsgrad und Luftporenanteil) zu beachten.