
Brandwissenschaft und Brandingenieurwesen
Wir untersuchen, wie Brände entstehen und sich ausbreiten, welche Auswirkungen sie auf Menschen und die gebaute Umwelt haben und wie sich Brandschutzmaßnahmen bewerten und weiterentwickeln lassen. Dazu verbinden wir Brandversuche, numerische Simulationen, die Auswertung von Brandereignissen sowie Risiko- und Kosten-Nutzen-Analysen. Unsicherheiten und die Grenzen der eingesetzten Modelle werden dabei ausdrücklich berücksichtigt.
Forschungsprojekte
Kostensenkungspotenziale im Brandschutz

Brandschutz ist die zentrale Voraussetzung für sicheres Bauen und Betreiben von Gebäuden. Gleichzeitig stehen Bauwirtschaft, öffentliche Hand und Gebäudeeigentümer vor stark gestiegenen und insgesamt hohen Bau- und Unterhaltskosten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Brandschutzanforderungen so angepasst werden können, dass das bestehende Sicherheitsniveau im Sinne der Schutzziele des Brandschutzes erhalten bleibt und zugleich Kosten verringert werden.
Brandschutzgerechte Stahl-Holz-Mischkonstruktionen

Die Kombination der Baustoffe Stahl und Holz kann zu deutlichen Materialeinsparungen, einer besseren Materialausnutzung und verbesserten brandschutztechnischen Eigenschaften von Tragwerken beitragen. Gleichzeitig bietet die Bauweise Potenzial, den CO₂-Fußabdruck von Gebäuden zu reduzieren.
Für eine breitere Anwendung dieser Bauweise sind jedoch noch bestehende Wissenslücken zu schließen. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts BraStaHo untersucht BraStaHo2 daher insbesondere die sichere Ausbildung von Bekleidungsstößen, Auflagern, Fugen und Hohlräumen. Ziel ist es, daraus praxistaugliche Regeln für Planung und Ausführung sowie Empfehlungen für den Löschangriff der Feuerwehr abzuleiten.
Verdeckte Sicherheiten im Brandschutz – Potenziale zur Senkung der Baukosten

Das Forschungsprojekt untersucht die historische Entwicklung des Sicherheitsniveaus im Brandschutz anhand der Brandmortalität in Deutschland seit 1980. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren zum deutlichen Rückgang der Brandtodesfälle in den vergangenen Jahrzehnten beigetragen haben und welchen Einfluss dabei bauliche und technische Brandschutzmaßnahmen. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit bestehende brandschutztechnische Regelungen tatsächlich zu einer Erhöhung der Personensicherheit beitragen oder deren zusätzlicher Sicherheitsgewinn begrenzt ist. Ziel ist es, mögliche Sicherheitsreserven im bestehenden Regelwerk zu identifizieren und daraus Potenziale für eine risikogerechte Anpassung von Brandschutzanforderungen und eine Senkung der Baukosten abzuleiten, ohne ein angemessenes Sicherheitsniveau zu beeinträchtigen.
Geodatenbasierte 3D-Modelle für Ausbildung, Planung und Einsatzführung

Die Verfügbarkeit realistischer Lagebilder und Übungsmodelle spielt eine wichtige Rolle für die Ausbildung, Einsatzplanung und Führungsunterstützung von Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Gleichzeitig sind die Erstellung individueller Modelle sowie deren Anpassung an örtliche Gegebenheiten häufig mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer offenen und modularen Plattform, die Geodaten automatisiert in physische 3D-Modelle überführt und so neue Möglichkeiten für Ausbildung, Einsatzvorbereitung, Planung und die Visualisierung komplexer Einsatzlagen schafft. Grundlage bilden moderne Geodatenquellen, digitale Modellierungsmethoden und additive Fertigungsverfahren.