Entwerfen und Konstruieren 2

Das Modul ‚Entwerfen und Konstruieren 2‘ wird im Sommersemester angeboten und setzt sich zusammen aus Vorlesung mit integrierter Übung. Wesentlicher Inhalt des Moduls ist die Anwendung der physikalischen und werkstoffübergreifenden Funktionsprinzipien in einem Projekt sowie die Vermittlung des Konstruktionsprozesses im Allgemeinen und insbesondere von Bauwerken.

Das Modul gibt einen Überblick über den Entwurfsprozess. Ziel ist es den Studierenden in den Prozess des Planens, Entwerfens und Konstruierens einzuführen und diesen im Kontext der Projektarbeit anzuwenden. Die Studierenden wenden dabei die notwendigen Grundlagen aus dem vorherigen Semester (Entwerfen und Konstruieren 1) wie beispielsweise die Ingenieurmethode der Modellbildung sowie die wesentlichen Funktionsprinzipien einer Konstruktion an. Ergänzend lernen die Studierenden verschiedene Möglichkeiten, technische Gegenstände korrekt darzustellen und das räumliche Vorstellungsvermögen wird trainiert. Es wird gezeigt, wie räumliche Gegenstände in der Ebene abgebildet und räumlich geometrische Aufgaben bezüglich der dargestellten Gegenstände gelöst werden können. Darüber hinaus wird vorgeführt, wie durch Ergänzungen (z.B. Text, Bemaßung) und Modifikationen (z.B. Maßstäbe, Linienarten) aus der reinen Projektion eine technische Zeichnung (Plan) entsteht. Verschiedene Zeichentechniken (freihändig, gebunden, computergestützt) werden vorgestellt. Außerdem sollen die Studierenden verstehen, wie Sie zu einer konstruktiven Lösung kommen und diesen Prozess an einem einfachen Beispiel selber durchlaufen. Dabei steht die Vermittlung wesentlicher Kompetenzen im Vordergrund, wie:

  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Darstellungsfähigkeiten, zeichnerische Kommunikationsfähigkeit (Freihandzeichnungen, Skizzen, Zeichnung, Darstellung in Plänen und 3D-Modellen)
  • Sprachliche und inhaltliche Kommunikationsfähigkeit (Präsentation, Argumentation eigener Ideen, Anfertigen eines technischen Berichts)
  • Historischer und thematischer Kontextbezug (Analyse bestehender und eigener Konstruktionen hinsichtlich der wesentlichen Funktionsprinzipien)
  • Entwickeln einer prinzipiellen Lösung
  • Entwickeln einer einfachen Baustruktur

Der Fokus bei der Vermittlung der Inhalte liegt auf dem Erwerben kritischer Kompetenzen und dem Wissen, „dass es niemals die objektiv richtige oder gar die einzig beste Lösung gibt, sondern unzählige subjektive, weil man insbesondere das Entwerfen auch als gemischt deduktiven und induktiven Vorgang definieren kann, also einen logisch wissenschaftlichen „aus dem Kopf heraus“ und intuitiv / kreativen „aus dem Bauch heraus“.“ (Jörg Schleich in Moro et al. 2019, Baukonstruktion Band 1, Vorwort)

Lernergebnisse

Ziel der baukonstruktiven Ausbildung beruht darin, dass die Studierenden die Fähigkeit besitzen, ganzheitliche Konstruktionslösungen im Bauwesen zu bewerten, entwickeln und argumentieren.

Nach der Veranstaltung sind die Studierenden in der Lage, wesentliche (Schutz-)Ziele und Anforderungen auf eine konkrete Aufgabe zu übertragen und eine Aufgabenstellung zu klären. Die Studierenden besitzen die Fähigkeit im Team und in Form von Skizzen, Plänen, Präsentationen und technischer Berichte zu kommunizieren und Ihren Ideen und Gedankengängen Ausdruck zu verleihen. Sie sind in der Lage konstruktive Problemstellungen im Team zu analysieren sowie den Prozess des Entwerfens anhand eines vereinfachten Beispiels zu durchlaufen, wesentliche Funktionsprinzipien einer Konstruktion zu analysieren und eine reale Lösung zu entwickeln. Aufgrund der Bearbeitung der Projektarbeit sind die Studierenden in der Lage eine prinzipielle Lösung für ein konstruktives Problem zu entwickeln und können dies in einem einfachen Kontext bis zur fertigen Konstruktion entwickeln und ausführen. Durch die Präsentation lernen die Studierenden Ihre Lösung argumentativ zu vertreten und anhand der Vielzahl an Lösungen, dass es keine objektiv beste Lösung gibt. Darüber hinaus lernen die Studierenden im Rahmen des Projektes Zeitmanagement, Abstraktionsvermögen, Sorgfalt und Teamfähigkeit.

Informationen

Betreuung: David Fochler, Zsofia VargaMarco Krechel

Vorlesung: Mittwoch, 9:45 - 11:15 Uhr, HS 2300

Übung: (im Anschluss an die Vorlesung) Mittwoch, 11:30 - 13:00 Uhr, HS 2300

Sprechstunde: nach Vereinbarung

Vorlesungsunterlagen

Unterlagen auf moodle.tum.de